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Tauchen ist wie Fliegen in Zeitlupe
In der Welt des Wassers ist nichts alltäglich: Was der Korber Tauchsportclub auf seinen Reisen an Wundern entdeckt
Von unserem Redakfionsmitglied Andreas Kölbl
Korb. Wir trinken es täglich, und wir waschen uns täglich damit:
Wasser. Wer aber in dieses Element eintaucht, begibt sich in eine Welt gedämpfter Töne und intensiver Farben, bevölkert von seltsam-schönen Pflanzen und Tieren.
Tauchen bedeutet Gleiten durch die Schwerelosigkeit — oder wie Michael Paas vom Tauchclub Korb sagt, „Fliegen in Zeitlupe“.
Bäche, Flüsse, Seen, das Meer — all das erscheint uns vertraut Doch die Welt unter der Wasseroberfläche ist dem Menschen weit gehend fremd. Die Tiefen der Ozeane, die fünf Siebtel der
Erde bedecken, gelten als kaum erforscht. „Es ist eine harte Welt“, meint Siegfried Gammay, Vorsitzender des Tauchclubs Korb. „Eine, in der das Gesetz von Fressen und Gefressenwerden gilt
—aber zugleich eine unheimlich schöne, faszinierende.“
Die Taucher aus Korb begeben sich für Kurzbesuche immer wieder hinein — nicht bloß beim Training im Korber Bädle,
sondern auch bei Reisen auf die Malediven, ans Rote Meer oder nach Schottland. Tauchen ist nicht gleich Tauchen:
Wracktauchen, Nachttauchen inmitten grün fluoreszierenden Planktons, Apnoetauchen ohne Luftflaschen, kilometerweit
Flusstauchen im Rhein, Steinbruchtauchen zwischen Loren und Pumphäuschen in der Lausitz, Eistauchen — nur Höhlentauchen finden die Korber eine Spur zu heikel.
In einem Fjord bei Scapa Flow in Schottland versenkten die Deutschen nach dem Ersten Weltkrieg ihre Hochseeflotte.
Heute ist dieser Schiffsfriedhof ein Paradies für Taucher: Die Schiffe verwandelten sich mit den Jahren in künstliche Riffe.
Algen, Muscheln und Seesterne siedelten sich an. Kanonen und Maschinenräume wurden Rückzugsgebiete für Fische.
Teilweise lassen sich die unter Wasser einigermaßen konservierten Wracks betauchen — ein Spaziergang durch eine wortwörtlich versunkene Zeit, „wie im Titanic-Film“.
Tausende knallbunter Bilder schoss Stephan Lennart auf den Malediven. Mit Hingabe studiert der Hobby-Biologe
Seegraswiesen und Korallen. „Allein, was sich auf einem Quadratmeter abspielt, kann ich eine Stunde lang beobachten,
ohne mich zu langweilen.“ Diese Leidenschaft wird durch sein überdimensionales Heim-Aquarium nur unzureichend gestillt.
Auch größere Meeresbewohner haben‘s ihm angetan. Ob mit einem Manta auf Du und Du oder auf wenigen Metern Abstand zu einer Gruppe von 20 Hammerhaien - Angst empfindet er dabei nicht. „Taucher stehen nicht auf dem
Speiseplan von Haien. Von einer Kokosnuss erschlagen zu werden, ist wahrscheinlicher.“ Über den Respekt verfügt er
als routinierter Taucher allerdings schon, vor Raubtieren wie vor den eigenen Grenzen. Beim Apnoetauchen wagte er
sich bis 16 Meter in die Tiefe, bis er doch „Muffe“ bekam. „Schließlich muss mir die Luft noch bis oben reichen.“
Weltrekordler wollen bis 170 Meter hinabgestiegen sein.,, Das ist medizinisch nicht erklärbar“, meint Michael Paas, „da schrumpft die Lunge auf Faustgröße.“
Wie sich ein Tiefenrausch anfühlt, das konnten manche der Korber zumindest erahnen: eine Euphorie, „wie bei einem
Alkoholrausch“ — wer ihn spürt, sollte schleunigst an die Luft, bevor sich die Sinne vollends vernebeln.
Werunter Eis taucht, muss unbedingt angeseilt sein, damit er den Ausgang wiederfindet. Wenn die Sicherheitsregeln
eingehalten werden, ist im vom Eis gebrochenen Licht Erstaunliches möglich: - Mit einem Plastikball, der nach oben steigt
, spielten die Korber Kopfüber-Fußball i.mter der Eisdecke. Etwas mühsam zwar, aber mit hohem Spaßfaktor.
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Tauchen wie ein Delphin mit Jungen
Ab in die Tiefe mit Schnorchel, Maske und Flossen schwammen Kinder im Korber Freibad
Von unserem Redaktionsmitgied Tina Bauer
Korb.
“Nicht aufhören zu atmen”, das ist das Wichtigste beim Tauchenmit Flossen, Schwimmbrille und Sauerstoffflasche, weiß die neunjährige Anna jetzt.
Zusammen mit anderen Kindern taucht sie ab ins 18 Grad kalte Wasser des Korber Freibads. Wieder aufgetaucht, ist die Meinung einhellig: “Das ist cool und macht riesig Spaß!”
“Ich hab´am Anfang immer so aufs Mundstück gebissen. Da haben mir dann meine Backen weh getan”, sagt Anna und
plustert ihre Backen auf. “Aber jetzt war es viel besser.” Nach mehrmaligem Abtauchen hat´s die Neunjährige drauf.
Und sie weiß auch: “Nicht aufhören zu atmen” ist das Wichtigste beim Tauchen mit komplettem Tauchgerät.
Zusammen mit Tauchlehrer Michael Paas vom Tauchclub Korb haben sich rund 15 Kinder hinab in die Tiefen des
Korber Freibades gewagt. Paas schwimmt über den Kindern wie Seehund, Delfin oder Wal mit ihren Jungen. Er hält sie an der gelben Sauerstoffflasche fest, “damit ich schnell reagieren kann, wenn etwas passiert”.
Anfangs noch aufgeregt und zappelig, hopst ein Kind nach dem anderen ins Wasser – gut ausgerüstet mit Flossen und Schwimmbrille. Dann gibt´s die rund zwölf Kilo schwere Tauchausrüstung wie ein Rucksack auf den Rücken.
“Unter Wasser ist´s dann nicht mehr so schwer, vielleicht noch fünf Kilo” beruhigt Paas die Kinder. Dann wird noch die
Unterwassersprache geübt: Zeigefinger und Daumen zu einem Kreis geformt bedeutet: “alles okay!”. Wenn doch mal etwas nicht stimmt unter Wasser, wird die flach ausgesteckte Hand hin und her gewiegt.
Dann geht’s schnell nach oben.... ....”Voll cool!”, Das macht Spaß!” – die Meinung übers Tauchen ist einhellig. “Wie schwerelos sein ist das”, erklärt Peter das Unterwasser-Gefühl.....
....Mit den Schwimmflossen geht´s auf dem Trockenen nicht mehr so leicht voran. Wie ein Storch im Salat starkst er um das Schwimmbecken herum. “Rückwärtslaufen” rät Iris Paas, “dann geht´s leichter.”
Solange die einen mit Michael Paas unter Wasser sind, schnappen sich die anderen eine ABC-Ausrüstung – Schnorchel,
Flossen und Schwimmbrille – und planschen so im Wasser. Kopf untergetaucht, ein kräftiger Schlag mit der Flosse und
blitzschnell ist Claire abgetaucht. Nach einem Purzelbaum unter Wasser taucht sie wieder auf, prustend wie ein Seelöwe.
“Ich hab´s geschafft!” Stolz schwenkt sie ein nasses T-Shirt, dass sie von der Unterwasser-Wäscheleine abgehängt hat.
Unermüdlich geht´s ab in die Tiefen des Freibads. Und am Schluss bekommt jedes Kind eine Urkunde überreicht: “Erfolgreich abgetaucht”.
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